Eine der Flausen, die ich seit einigen Tagen mit mir herumtrage ist es, einen eigenen Cut-Up Text zu verfassen. Ins Gehirn gepflanzt bekam ich diese Idee durch das 24C3 Resume des classless Kulla, der das viel besser kann als ich. Nur waren die Kommentare und Gedanken, die mir die Blogger heute zu dem offenen Brief an Frau Merkel lieferten, einfach zu gut um es nicht zu versuchen.
Aber genug des Disclaimers, es folgt der offene Cut-Up der Blogosphere an die Musikkapitalisten. Viel Spass ;)
200 “Künstler” jammern in einem offenen Brief an die Kanzlerin. Sie reden jedoch nicht von Kunst, sondern von Geld. Grundsätzlich ist die Wahrung von geistigem Eigentum durchaus zu unterstützen. Einen Brief mit so viel Ignoranz und Jammereinstellung zu schreiben ist schon echt übel und von den Unterzeichnern werde ich mir mit Sicherheit nichts mehr kaufen.
Jetzt weinst du… Ach, Das tut mir aber leid. Wenn es bei mir scheiße läuft, schreib ich auch keinen Brief an Mama Merkel und versteck mich hinter den Künstlern.
Es ist erschreckend, mit welcher Naivität die Künstler hier Methoden fordern, die von einer breiten gesellschaftlichen Schicht längst kritisiert werden. Letzten
Endes bedeutet dies, dass diese kreativen Köpfe Freunde von Diktatur und Überwachung sind. Genau solche Maßnahmen waren allerdings auch Anfang April vom Europäischen Parlament ausdrücklich abgelehnt worden.
Hey, warum sagt ihr Euren Kunden(!) nicht gleich, dass die sich verpissen sollen? Ach, das tut Ihr ja schon seit Jahren. Sorry, ich vergaß. Bewegt Euch oder geht unter, es juckt mich nicht… Was kann ich für euer geficktes Businessmodell?
Ein Künstler ist jemand, der seiner Kreativität freien Lauf lässt, ungeachtet materieller Faktoren. Der Künstler is kreativ, nicht der Abteilungsleiter Rechnungswesen. Spendet Brot für die Armen, insbesondere denjenigen Vollkünstlern, die dieses Pamphlet unterschrieben.
Allein die Idiotie, dem Urheberrecht und dem geistigen Eigentum einen Feiertag zu widmen, ist mehr als schwachsinnig. Es geht in ihm keineswegs um die Zukunft des Standorts Deutschlands und auch nicht um die Existenz junger Künstler, sondern - ganz banal - um die Sicherung von Pfründen.
[Ist] eines der Kernelemente unserer Gesellschaft, dass wir den Wert von Dingen nur noch am Zahlenwert vor dem Eurozeichen festmachen? Dass selbst Kultur heute Wirtschaft sein muss, um ernstgenommen zu werden? Von mir bekommt ihr nicht einen roten Heller, ich scheiß auf euer Eigentum. Kultur kann nur Allgemeingut sein! Die grössten Kunstwerke wurden nicht aus einem kommerziellem Zweck erschaffen.
Wenn man durch illegale Downloads “Künstler” wie DJ Ötzi und Scooter zum Aufgeben zwingen kann - ICH BIN SOFORT DABEI! Ein Schelm wer dabei Böses denkt! Es
wird an Vielfalt einen ernormen Schub geben, wenn die Musikindustrie nicht mehr bestimmt, was im Radio gespielt wird.
Wie viel Wahrheit steckt in einer von der Industrie selbst gesponsorten Studie? 70% Filesharing + 46% HTTP + 15% "Kleinkram" = 131% … Wow, da sieht man, dass das Internet ein Wachstumsmarkt ist. Völliger
Blödsinn, es geht doch nur um mehr Kohle, Zaster, Rendite. Ende.
Die Muikindustrie steht für mich synonym für Verzweiflung! Sie selbst wird als Übeltäter ihres eigenen Versagens ohnehin nie aus diesem Dilemma herauskommen.








